Willkommen zu Zehrgaden

Dieser Blog wird mein Musikprojekt „Zehrgaden“ begleiten. Kommenden Sommer soll das Album „Chronisch Immanent“ erscheinen. Bis dahin werden hier einzelne Tracks veröffentlicht, Ausschnitte aus den Songtexten, sowie Impressionen vom Produktionsprozess.

 Zehrgaden

„Zehrgaden“ wurde noch bis ins 19. Jahrhundert als Ausdruck für „Vorratskammer“ verwendet. „Zehr“ von „zehren“ und „Gaden“ als das alte Wort für „Garten“. In der Wiener Hofburg ist noch (etwas versteckt) eine „Zehrgaden Stiege“ angeschrieben.  Allgemein kann man auch von einem Aufbewahrungsort, einem umgrenzten Bereich sprechen. Für mich steht dieses vertraut und zugleich fremd klingende Wort einerseits für einen imaginären Aufbewahrungsort für all die wesentlichen Dinge, die wir vergessen und verloren haben – und andererseits für die Ambivalenz dieses verwandelten und heruntergekommenen Gartens, in dem wir leben – Wir zehren von ihm, doch er zehrt zugleich auch von uns.

Chronisch Immanent

„Chronisch immanent“ als andauernder Gefühlszustand eines „Innen ohne Aussen“. Die Unmöglichkeit an irgendetwas „Wesentliches“ oder „Transzendentes“ heranzukommen. Die Unmöglichkeit einer „Transformation“. So zumindest habe ich selbst diesen Albumtitel, der schon lange existiert, anfangs verstanden. Und die Texte zeichnen auch verschiedene „Umgrenzungen“ nach. Die virtuelle Welt im Text „Der große Lethargiker“, die Lagerhalle im Text „Schmerzmittel Kid“, der Verblendungszusammenhang im Text „Anonymes Imperium“… Irgendwann ist mir allerdings klar geworden, dass ich auch die Bewegung hinaus beschreibe, zumindest den Versuch. Und vielleicht sogar die Idee, dass sich Transzendenz genau in diesem Versuch ereignet…

Mutantin

Die Dunkelheit war angenehm und warm wie Blut, und lange Zeit trieb sie gluecklich dahin, ohne Erinnerung, gedankenlos und zufrieden. Sie konnte nicht genau bestimmen wann es begann, wann dieser schleichende Schmerz spuerbar wurde. Sich langsam im warmen, dunklen Wasser hin und her bewegend, versuchte sie dem Schmerz zu entfliehen, der sich immer intensiver in ihrem Innern konzentrierte – sie konnte nicht entkommen – sie zappelte und sprang und wand sich – bis sie wieder zu sich kam, auf einer harten Oberflaeche, um Atem ringend – und ihre Erinnerung kehrte zurueck…

Eine von mir übersetzte Stelle aus James Gunns „The dreamers“, die für das Album Intro verwendet wird. Mit freundlicher Genehmigung des Autors. Danke Mr. Gunn! Grundthema des Albums ist die Transformation oder der Übergang von einem „Medium“ ins andere.